Einleitung

Ein Familienname ist wie ein ehrwürdiger, alter Baum.
Wir stehen am Fusse seines starken Stammes und sehen doch nicht alle Äste hochoben in der weitverzweigten Krone. Noch schwieriger aber ist es, an die Wurzel heranzukommen, denn wir möchten ja behutsam vorgehen und nicht die Axt oder den Spaten anlegen, um auch ja nichts zu beschädigen. Also setzen wir uns in das einladende Gras zu ebener Erde und lassen unsere Hände über den Boden gleiten. Nachdem wir ein wenig das herumliegende Laub weggeschoben haben, spüren wir eine feuchte Moosschicht unter unseren Fingern. Moos, Sumpfgras, Ried... haben wir nun schon einen brauchbaren Hinweis auf den Namen Rieden? Wir sind uns nicht sicher, strecken uns in der noch wärmenden Abensonne aus und beginnen ein wenig zu träumen.

Die Orte

In Gedanken reisen wir rückwärts in der Zeit und unser Baum wurzelt nun im schönen Schwabenland.
Ganz nah befindet sich eine kleine Siedlung, deren erste Erwähnung die Abschrift einer Urkunde aus dem Jahre 1242 bezeugt. Der Name dieser Siedlung ist Rieden. Die Gründung des Ortes soll auf die Initiative des Klosters Ottobeuren zurückgehen. Die erste Besiedlung liegt allerdings deutlich weiter zurück und noch heute weisen Hügelgräber aus der Hallstattzeit rechts und links der Wertach, einem 150km langen Zuflusses des Lechs, eines Nebenflusses der Donau, darauf hin. Der Sprung in der Zeit, den wir vollzogen haben, bringt auch einen Wandel der Sprache mit sich. Die Ableitung des Ortsnamens Rieden, muss also auch abgewogen werden vor dem Hintergrund der vergangenen Zeit. Man sprach damals Althochdeutsch. Wir schauen uns nun nochmals in der Landschaft um und sehen, dass sich kilometerlange Sümpfe durch das Land ziehen, die später erst durch Entwässerungsgräben ausgetrocknet wurden. Das war vor allem auch erforderlich, um Torf fördern zu können, einen lange Zeit begehrten Brennstoff. Die Vegetation, die wir in jener Zeit beobachten können ist Sumpfgras, Schilfrohr, Riedgras, welches im althochdeutschen riot genannt wurde. Sind wir nun fündig geworden? Sollte sich der Familienname Rieden ableiten von diesem Schilfrohr? Es kann auch eine andere Möglichkeit angenommen werden. Denn wenn es galt eine Gegend urbar zu machen, so wurde dies in der Sprache der damaligen Menschen mit dem Begriff reod ausgedrückt. Wahrhaftig gab es wohl genug urbar zu machen. Wurde aus dem Roden das Rieden?
Wir nehmen diese Hinweise auf und wechseln den Schauplatz. Zum Glück ist unsere Reise ja gar nicht anstrengend, denn wir können einfach unter unserem Schatten spendenden Baum liegen bleiben und ganz entspannt in Raum und Zeit dahinschweben.
Unsere weitere Reise führt uns in das Vilstal, im heutigen Amberg-Sulzbach Kreis in Ost-Bayern. Wenn wir aus dem Tal aufwärts schauen, bietet sich uns auf der Anhöhe, dem Bergsporn, der Anblick einer stattlichen Burg. Dort oben sind die Herren von Ruden zu Hause, die Grafen zu Kastl-Habsberg. Erstmals wird ein Adelsgeschlecht der Herren zu Ruden im Jahre 984 (n.Chr.) urkundlich erwähnt. Eine Schenkungsurkunde des Klosters Ensdorf aus dem Jahre 1123 erwähnt Konrad de Rudin. Mauerreste der Burg, im Stil der romanischen Epoche, aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, zeugen noch heute von der Anlage.
Der Name des Ortes: Rieden.
Sind aus den Herren von Ruden im Verlaufe der Jahrhunderte die Rieden geworden? Der Ortsname jedenfalls ist Rieden und sein Ursprung soll abgeleitet sein vom Namen Ruodo.
Rudin bedeutete soviel wie der Hof des Ruodo.
Aber vielleicht führt ein ganz anderer Hinweis auf die richtige Spur:
In der Haberland - Chronik findet sich ein interessanter Vermerk darauf, dass Rieden nichts anderes ist, als die Bezeichnung des mythischen Rithiencie. Von Rithiencie soll Kaiser Heinrich VI. dem König von Frankreich, Philipp II., die Gefangennahme des Richard Löwenherz am 28. Dezember 1192 gemeldet haben. Richard Löwenherz war während des Dritten Kreuzzuges (1189-1192) in Bedrängnis geraten, als er sich mit dem französischen König und dem österreichischen Herzog wegen seiner separaten Verhandlungen mit Sultan Saladin zerstritt.
Lessings Drama Nathan der Weise ist dem Sultan Saladin und Richard Löwenherz, dem englischen König, gewidmet. Leitet sich Rieden nun möglicherweise von dem im verborgenen gebliebenen alten Rithiencie ab? Waren gar unsere Ahnen an der Ergreifung Richards beteiligt? Richard Löwenherz musste jedenfalls ein stattliches Lösegeld aufbringen. Soviel Silber, dass man im heutigen England aus dieser Zeit tatsächlich kaum wertvolle Silbergenstände mehr findet. Einen beträchtlichen Teil des Lösegeldes erhielt der österreichische Herzog Leopold V., für seinen Beitrag zur Festsetzung Richards. Mit diesem Anteil an sechstausend Eimern Silber finanzierte Leopold V. die Gründung der Münze in Wien.

Eimer war in der damaligen Zeit ein Volumenmass und der Gegenwert entspricht etwa 25 Tonnen Silber oder 100.000 Silber Mark.

Verträumt reiben wir uns die Augen.
Wie sind wir denn nach Österreich gekommen? Gleichwohl, in Österreich gibt es eine beachtliche Anzahl von Rieden, auf die besonders die Winzer stolz sind. Riede sind in Österreich die Bezeichnung für die Lagen eines bestimmten eingetragenen Rebengebietes. Auf einem einzelnen Weinberg kann es mehrere Rieden mit unterschiedlichen Voraussetzungen geben, die den Anbau der verschiedensten Rebensorten begünstigen. Die Namen der Rieden finden sich in den Bezeichnungen der von ihnen stammenden Weine häufig wieder, viele Rieden haben dadurch große Berühmtheit erlangt, wie etwa der Tausendeimerberg in der Wachau.
Waren unsere Vorfahren vielleicht Winzer und der Name Rieden leitet sich aus dem Weinbau her? Jedenfalls hat sich diese Bezeichnung auch auf einige kleine Ortschaften übertragen. Etwa der Ortsteil Rieden im Bezirk Bregenz im östereischischen Vorarlberg, dessen erste befestigten Orte auf den damals siedelnden Keltenstamm der Brigantier bis in das Jahr 1500 vor Christus zurückreichen. Aber auch in Deutschland kann eine Verbindung zum Weinbau gezogen werden. So war das Pfarrdorf Rieden an der Bibers, dessen erste schriftliche Erwähnung sich in einer Urkunde vom 1.September 1290 im hohenlohischen Zentralarchiv findet, bis zum 15.Jahrhundert weinbergisches Lehen der Herren von Tullau. Dafür, dass mit dem Familiennamen Rieden eine Ortsbezeichnung verbunden sein könnte spricht auch die Tatsache, dass der Nachname Rieden ebenso als In der Rieden vorkommt.
Wir tanzen im Dörfchen Rieden bei Weissenbach, dass im 19. Jahrhundert von deutschen Baronen besiedelt war, noch die Ridda ,wobei wir uns wild drehen und winden, denn das ist die Bedeutung von ridan oder riden, wobei letzterer Begriff auch für zittern, fiebern, schütteln und das Sieben steht, im Althochdeutschen...
Um etwa 1000 unserer Zeitrechnung, kommt für die Ableitung des Namens Rieden jedoch auch noch das Hauptwort rihti in Betracht, welches für Geradheit und gerade Richtung steht. Kaum verwunderlich, dass daraus diejenigen sich ableiten, welche rihten also gerade machen oder auch richten, recht machen.
Ein Gedanke ergibt sich daraus:
Vielleicht sind die Rieden auch die rihtin, die Geraden? Dann müßte man einen Ursprung finden, der in der alten Schreibweise auf ein "T" statt des "D" hinweisen würde. Während wir dieser vagen Idee noch nachgehen, hat uns unsere kleine Reise in die Schweizerische Eidgenossenschaft getragen. Inmitten des Dorfes Rieta ist unser Baum nun wurzelnd. Rieta ist der frühe Name der Gemeinde Rieden in St. Gallen, genannt in einer Urkunde vom 30.Januar 1045. Die Siedlung Rieden wird auch in Urkunden von 1283 und 1304 erwähnt.

Der Nachname

Das ist eine wichtige Zeit, denn dieser Zeitraum ist verbunden mit der Entstehung der Nachnamen.
Familiennamen, Nachnamen gab es noch nicht von Beginn an. Zunächst wurden die Menschen nur bei einem Namen gerufen, also dem Rufnamen. Der Familienname entstand erst im Verlaufe einer Entwicklung, welche etwa im 12.Jahrhundert einsetzte. Zunächst entstanden auch keine festen Familiennamen sondern zum Rufnamen wurde ein Beiname gegeben, der dazu diente, Menschen mit gleichem Rufnamen zu unterscheiden. Dabei kamen für die Entstehung der Beinamen verschiedene Möglichkeiten in Betracht: Sie konnten sich aus den Eigenschaften einer Person, wie in der lange Hans oder aus der Tätigkeit einer Person, wie etwa in Hans der Schmied oder auch aus der Herkunft, wie etwa Hans, der Mann aus dem Winkel ableiten. Der Familienname bildete sich heraus, als die Notwendigkeit der eindeutigeren Identifizierung gegeben war. Zum Beispiel um die Zahlung der Steuern zu dokumentieren oder Landurkunden auszustellen. Daraus folgt auch, dass dieser Vorgang zunächst unter Adligen und Patriziern fortschritt und erst später Knechte und Dienstpersonal erfasst wurden. Ableitungen eines Famliennamens sind ähnlich der Beinamen. Aber der rechtlich relevante Unterschied war nun, dass diese Namen auch vererbbar sein mußten, um Ansprüche abzusichern. Sogenannte Herkunftsnamen waren eine der Ableitungsformen, die aber immer im Zusammenhang mit Ortsnamen standen. Generell war bei Entstehung des Familiennamens als Herkunftsname der Zuzug einer Person aus einem fremden Ort gemeint, der sich dadurch von den Alteingesessenen unterschied. Das ist logisch, weil diese Herleitung im Heimatort des Namensträgers ja keine Unterscheidung hergegeben hätte.
Und so wundern wir uns fast gar nicht, dass wir uns unter unserem guten, alten Baum liegend, plötzlich noch ein wenig weiter südwestlich bis nach Silenen im Kanton Uri vorangearbeitet haben. Hier tritt nämlich der Familienname von Rieden nun erstmalig urkundlich belegt auf. Der erste bekannte Repräsentant der Familie ist Rudolf von Rieden.

"...Rieden von. In der alten Kirchengemeinde Silenen sesshafte, angesehene Familie des Landes Uri. Rudolf wohnte 1275 der Sühne Uri's mit Engelberg bei und befand sich unter den Bürgern, welche das Land Schwyz 1313 der Stadt Zürich für Einhaltung eines Vertrages stellte;(...)(1)
"


Das Auftreten der von Rieden

  • 1275
  • wohnt Rudolf von Rieden der Gerichtsverhandlung bei, als Zeuge zwischen dem Abt von Engelberg und den Leuten aus dem Lande Uri, wegen der Alpen, im Auftrag des römischen Königs Rudolf im Aargau.
  • 1291
  • Peter von Rieden (vermutlich ein Bruder Rudolfs) und Hemma, seine Tochter, geben dem Abt Volker von Wettingen zum Ersatz für den Turm und die Güter in Göschenen, im Lande Uri, welche diese der Äbtissin und dem Konvent von Zürich um 120 Mark Züricher Silbermünzen zu Eigentum verkauft und übergeben haben mit Zustimmung der Äbtissin zum ewigen Eigentum an Peter von Rieden.
  • 1294
  • Im Hause des Leutpriesters zu Altdorf erscheint Peter von Rieden in Gerichtssachen vor versammelten Rat, wo er für sich und seine Nachkommen auf das Gut in Göschenen verzichten soll.
  • 1297
  • Ein Sohn Peters war Werner, genannt Hoidi.
  • 1309
  • An einer Verschwörung haben sich beteiligt Werner von Rieden und sein Sohn Jacob.
  • 1313
  • Rudolf von Rieden wird erwähnt in Zusammenhang mit Walter Fürst, Peter von Spiringen und Werner, dem Sohn des Ritters Arnold von Silenen, welche unter den Bürgern sind, die die Schwizer der Stadt Zürich stellten und zwar, um mit dem Prädikat Herr ausgezeichnet zu werden.
  • 1315
  • Hermann von Rieden nimmt teil an den Friedensverhandlungen mit Glarus.
  • 1317
  • Hermann von Rieden und Walter Fürst stiften eine Pfründe und einen Altar in der Pfarrkirche zu Altdorf im Lande Uri.
  • 1358
  • Hermann II. von Rieden ist Zeuge in Gerichtssachen.
  • 1383
  • Im Zinsendienst vom Lande Uri sind die Riedens nicht mehr zu finden.

Was sagen uns die urkundlichen Eintragungen nun? Eines scheint klar, der Familienname von Rieden hatte sich etabliert.
Das ist vor allem dadurch belegt, dass der Name über mehrere Generationen weitergeben, vererbt wurde. Weiterhin belegen schon diese wenigen Eintragungen, dass die von Rieden dazumals in einer ganz und gar nicht harmonischen Zeit lebten. Kriege, Verschwörungen, Eigentumsübertragungen usw. weisen darauf hin, dass die Zeiten alles andere als sicher waren.
Und schliesslich fällt in diese Zeit auch die Herausbildung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Allgemein wird das Jahr 1291 als Datum der Gründungsurkunde angenommen. Hatte es mit der Verschwörung, derer Werner von Rieden und sein Sohn Jacob bezichtigt wurden etwas Besonderes auf sich? Kann man vielleicht sogar einen Bezug zum Rütli-Schwur herstellen?

So sah es jedenfalls der Schweizer Historiker Wilhelm Oechsli (1851-1919) (2)

"..Ebenfalls aus dem Schächtetal stammt das Geschlecht der Fürste, dessen hervorragende Bedeutung für die Entstehung der Eidgenossenschaft die Sage festgehalten, während sie die Silenen, die Schüfer, die ab Iberg, die Hunn, die R i e d e n, Spiringen usw. vergessen hat."

Und andern Orts:

".., dass die von R i e d e n beim Rütlischwur im Jahre 1291 schon dabei gewesen sind, muss man als sicher annehmen, sie wurden nur nicht speziell genannt."

Anfang des 15. Jahrhunderts soll die Familie von Rieden in der Schweiz erloschen sein...



Nun, wir sind weit gekommen und können schon recht zufrieden sein.
Aber solange die kühle Nacht noch nicht heraufzieht, können wir ja noch ein wenig unter unserem Baum verweilen. Vielleicht ergeben sich ja doch noch einige weitere Ansätze, um die Geschichte des Namens Rieden zu verfolgen. Denn seien es nun Kriegswirren, Reformation oder andere Umstände gewesen, der Name Rieden ist keineswegs verschwunden sondern findet sich im gar nicht weit von Basel gelegen Ort Zillisheim bei Mühlhausen in Frankreich / Elsaß im Jahre 1587 wieder.
Mühlhausen gehörte lange Zeit zum Schutzgebiet der Schweizerischen Eidgenossenschaft und auch Zillisheim selbst zählt zu den ältesten Dörfern des Sundgau. Zillisheim erscheint in der Geschichte im VIII. Jahrhundert und ist mit dem Herzogtum Elsaß verbunden. Das Dorf steht unter religiösen Einflüssen, insbesondere unter jenen des Klosters von Masevaux. Die Charta von Lucelle (1343-1350) weist uns darauf hin, dass Zillisheim einer der einflussreichsten Dinghöfe zu dieser Zeit war. Das heißt, ein offener Hof mit Asylrecht und provinziellem Gericht mit politischen und gerichtlichen Vorrechten. Schon ab dem XIII. Jahrhundert gerät Zillisheim unter dem Einfluss der mächtigen Herren von Altkirch, die Grafen von Ferrette. Danach geht es in die Autorität des Hauses Habsburg über bis zum Jahre 1648.
Die Ortschronik von Zillisheim (3) aber verrät uns nun, wo die Familie Rieden inzwischen ihre Heimstatt gefunden hat. Ein Heft aus Pergament im Gemeindearchiv von Zillisheim erwähnt den Namen Hannes Rieden. Auf Seite 85 heißt es:

"...Hannes Rieden ist unter den Bürgern, die die Gemeindeverordnungen in Zillisheim 1587 herausgegeben haben. (...) R i e d e n ist einer der ältesten Namen in Zillisheim seit 1580. "


  • 1758
  • Johann-Adam Rieden ist Maire in Zillisheim. Er hat einen langen Beschwerdebrief wegen der Steuern an die Franziskaner für alle Bürger des Ortes geschrieben. (4)
  • 1788
  • Johann Rieden Bürgermeister von 1788-1790
  • 1831
  • Johann Rieden Bürgermeister von Dezember 1831 - August 1835.

Sohn des letztgenannten Johann Rieden, welcher mit Barbara Schlosser verheiratet war, ist Joseph Rieden, geboren 1802, verheiratet mit Katharina Most, geboren 1807. Aus dieser Verbindung gehen drei Söhne hervor.
Einer von ihnen Aloys Rieden (1837-1903), verläßt 1870/71 nach dem Deutsch-Französischen Krieg das Elsaß mit seiner Frau Therese Manie`re (1833-1871) und fünf Knaben zunächst nach Neunkirchen - Wien. 1878 zieht die Familie nach Glarus (Schweiz) und kehrt später in das Elsaß zurück. Aus dieser Linie stammt auch Eugen Rieden (1868-1951), welcher Bruder der christlichen Lehre des Bistums Straßbourg wurde, als solcher den Namen Fr&egravis;re Damian trug. Schriftwechsel des Fre`re Damian mit seinem Neffen verweisen darauf, dass um 1600 in Basel ein Generalvikar R i e d e n gewirkt haben soll. Sollte das belegbar sein, wäre der Famielenname Rieden im 15.Jahrhundert in der Schweiz nicht erloschen sondern hätte sich nur stetig in Richtung Norden weiterbewegt, von Uri über Basel bis Mühlhausen und Zillisheim.

Ist unsere kleine Reise nun vorüber?

Noch nicht ganz. Um genau zu sein, können wir froh sein, unter unserem Baum liegen bleiben zu dürfen. Denn noch einmal gilt es eine weite, ja diesmal sehr weite Reise zu unternehmen. In unseren Gedanken begleiten wir J. Rieden, seine Frau Doroth und den einjährigen Sohn John nach Amsterdam. Dort wartet schon eine Passage auf die drei. Das Schiff Probus, unter Schiffmeister De Vries, sticht am 19. Oktober 1844 von Amsterdam in See und erreicht, nach dreimonatiger Überfahrt, am 27. Januar 1845 New Orleans. Die drei Rieden auf der Passagierliste sind Bauern aus Frankreich, der Schiffsmeister vermerkt, dass viele der Emigranten aus dem Elsaß stammen. Ihr Ziel ist Medina County in Texas... Das Weitere dieser Geschichte liegt noch im Dunkeln und der Autor hatte bisher keine Gelegenheit die Verbreitung des Namens Rieden in den USA genauer zu untersuchen. Sicher ist, dass auch andere Familien mit dem Namen Rieden in die Vereinigten Staaten auswanderten. Belegt ist der Stammbaum einer Familie aus Hauroth (Rheinland) ab 1733. Johann Joseph Rieden (1829-1912) gründete in Hauroth eine Familie. Zusammen mit seinem Bruder Hubert Rieden (1825-1890) wanderte dieser 1856/57 nach Mt. Calvary, Wisconsin aus.
Und in Detroit befindet sich heute sogar eine Rieden Straße.
Genaugenommen deutet dies sogar darauf hin, daß der Familienname Rieden unabhängig voneinander wenigstens zweimal entstanden ist. Dies aber ist nun das vorläufige Ende unserer kleinen Träumerei.

Zum Abschluss

Der Autor, selbst abstammend von der Zillisheimer Linie, hofft, dass es nicht langweilig oder zu unpräzise war. Es ist natürlich eine Laienarbeit und Wissenschaftler mögen die hier geführten Recherchen und Schlußfolgerungen vielleicht belächeln. Ich hatte viel Freude an dieser kleinen Arbeit, die ich dem Andenken meines verstorbenen Vaters Eduard Rieden (1913-1982) und seiner Schwester Dr. Charlotte Rieden (1916-2002) widme.
Viele weitere Personendaten liegen mir aus dem Nachlaß der Geschwister vor.
Diese Seiten sind jedoch weniger als Ahnenforschung zu verstehen, sondern vielmehr als der Versuch, Bedeutung, Herkunft und Verbreitung des Namens Rieden anzuschauen. Vielleicht findet mancher auch Anregungen für die eigene Namens- oder Ahnenforschung.
Hinweise, Anregungen und Ergänzungen nehme ich jederzeit gern entgegen und werde sie, wenn geeignet, in diese Seiten einarbeiten.
Zum Austausch über Personendaten im Zusammenhang mit Ahnenforschung bin ich über das Kontaktformular gern bereit

Axel Rieden
Berlin, Ostern 2007